...und heute

Die Abteilung Freimann der FF München geht am Übergang ins neue Jahrhundert in das 131. Jahr ihres Bestehens. In den letzten Jahrzehnten hat besonders die technische Entwicklung auch vor der Freiwilligen Feuerwehr nicht Halt gemacht. Das neue Gerätehaus im Jahre 1976 war der Anfang, aber auch die Stück für Stück durchgezogene nahezu hundertprozentige Einbindung der Abteilung in den Einsatzbetrieb der Münchner Feuerwehr hat eine Erneuerung der Ausrüstung aber auch eine Verbesserung und Erweiterung der Ausbildung notwendig gemacht.
Bei uns in Freimann begann dies endgültig in den 80er Jahren mit dem nahezu vollständigen Austausch des Fuhrparks durch die Branddirektion. Zum ersten Mal stand auch ein Rüstwagen in Freimann im unmittelbaren Alarmdienst, der besonders das abteilungsinterne Ausbildungsprogramm entscheidend verändert hat. Der Schritt von der Brechstange zum hydraulischen Spreiz- und Schneidegerät wurde in vielen Sonderübungen geschafft und hat sich in den vergangenen Jahren bei vielen Einätzen bewährt.

Dazu gehörte natürlich auch eine verstärkte Aus- und Fortbildung im Bereich der 1. Hilfe, die durch die Alarmierung zu Einsätzen bei Unfällen ein unverzichtbarer Bestandteil der Ausbildung geworden ist. Mitte der 90er Jahre stand wieder ein Fahrzeugtausch auf dem Programm; der Rüstwagen und das LF8 wurden an andere Abteilungen abgegeben und dafür ein nagelneues HLF 16, ein kombiniertes Hilfeleistungs- und Löschfahrzeug baugleich mit denen der Berufsfeuerwehr, in Dienst gestellt.

Die Ausbildung wurde auf den Bereich Wasserrettung und die Hilfeleistung bei Unfällen mit U- und S-Bahn erweitert, so dass wir heute im Schnitt ca. 20 - 25 Übungen und Ausbildungen pro Jahr zählen. In diesen Jahren nahm auch die Anzahl der Alarmierungen ständig zu. Als ich im Jahr 1971 zur Freimanner Feuerwehr kam, wurden wir so um die 20-mal im Jahr alarmiert. Heute beträgt die durchschnittliche Alarmzahl so um die 200 Einsätze. Durch eine Verbesserung der Alarmierungsmöglichkeiten durch den Einsatz von kleinen tragbaren Funkweckern in den 70er Jahren und der Einführung der absolut zeitgleichen Alarmierung mit der zuständigen Wache der Berufsfeuerwehr 1995 haben sich für uns zum Teil große zeitliche Vorteile bei der Hilfeleistung ergeben. Dies verlangt aber auch von allen Kameraden das Können und den Willen manchmal vor den Kollegen der BF sachkundige und professionelle Hilfe zu leisten.

Anfang 2000 kam zum Fahrzeugpark auch noch ein Verkehrssicherungsanhänger hinzu, mit dem wir per 2. Piepserschleife in kleiner Besetzung zu Sicherungseinsätzen im gesamten Münchner Norden mit den Wachen der BF oder den anderen Abteilungen der FF alarmiert werden.
Die Freimanner Feuerwehr zählt heute 32 aktive Mitglieder, darunter 2 Feuerwehrfrauen in ihren Reihen. Der Anteil von jungen Kameraden ist erfreulich hoch, so dass der Personalstand derzeit für uns kein Thema ist.

Größere Schwierigkeiten bereitet es da schon eher bezahlbaren Wohnraum im Ausrückebereich unserer Feuerwehr für diese jungen Kameraden zu finden, wenn sie von zu Hause ausziehen, später eine Familie gründen, und in Freimann bleiben wollen. Auf Grund dieses Problems haben wir leider schon viele fähige Leute verloren.

Unser Förderverein "Freunde der Freiwilligen Feuerwehr Freimann von 1870 e.V.", der aus der aktiven Mannschaft, ehemaligen Feuerwehrleuten aber auch Gönnern und Firmen besteht, unterstützt uns finanziell bei der Organisation von Veranstaltungen und auch bei der Verbesserung und der Ergänzung der Ausrüstung, wenn dies nicht von der Stadt übernommen wird. An dieser Stelle allen ein großer Dank, die uns über diesen Weg tatkräftig unterstützen.

Zu Beginn des neuen Jahrhunderts glaube ich deshalb, dass sich die Freimanner Feuerwehr im Verbund der Freiw. Feuerwehr München und der Berufsfeuerwehr sehen lassen kann und ihren Aufgaben auch weiterhin sehr gut gerecht werden wird.

Heinz M. im Jahr 2000
Abt. Führer der FFMF von 1989-2005