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(Nur Mitglieder der Abteilung)

Letzter Einsatz

Donnerstag, 30.03.2017 10:02

Nr. 63 Brandgeruch

Lilienthalallee


Analytische Task Force (ATF)

Die Freiwillige Feuerwehr stellt zusammen mit der Berufsfeuerwehr eine Spezialeinheit zur Bewältigung von CBRN-Einsätzen (CBRN – chemische, biologische und atomare Gefahren). Diese so genannte analytische Task Force stellt die höchste Schutzstufe auf diesem Gebiet in Deutschland dar. Um einen flächendeckenden Schutz in ganz Deutschland zu gewährleisten gibt es 7 ATF-Standorte mit jeweils einem Einsatzradius von rund 200 km – einen davon stellt die Feuerwehr München.

Das Personal der ATF-München besteht im wesentlichen aus den Messtechnikern, die für die Bedienung der Geräte und deren Überwachung zuständig sind und den Auswertern deren Aufgabe die Analyse und Interpretation der erhaltenen Messergebnisse ist. Einige dieser hoch spezialisierten Fachkräfte werden von der Freiwilligen Feuerwehr gestellt.

Die Abteilung Freimann hat zwei der insgesamt 12 ATF-Auswerter unter sich, die bei einem Einsatz über eine Piepserschleife alarmiert werden und gleichzeitig telefonisch über Einsatzdetails unterrichtet werden. Je nach Dringlichkeit und Entfernung zum Einsatzort rückt die ATF von ihrem Standort, der Feuerwache 2 der Berufsfeuerwehr, entweder mit ihren eigenen Fahrzeugen aus, oder fordert die Unterstützung durch Hubschrauber an.

Die Aufgaben der ATF sind:

  • Beratung der Einsatzleitung bei CBRN-Lagen 
  • Detektion und Identifikation chemischer Substanzen
  • Qualifizierte Probenahme, bzw. fachliche Begleitung der Probenahme
  • (Präventive) Überwachung großer Areale mittels Fernerkundung
  • Situationsbewertung und Prognose der Lageentwicklung
  • Empfehlung geeigneter Einsatzmaßnahmen

Zur Bewältigung dieses speziellen Einsatzspektrums verfügt die ATF über moderne feldtaugliche Messausrüstung:

  • GC/MS (Gaschromatograph/Massenspektrometer): Die Kombination aus zwei chemischen Analyseverfahren dient der genauen Untersuchung von Stoffgemischen und der Identifikation der enthaltenen Stoffe.
  • ATR-FT Infrarotspektrometer für Feststoffe und Flüssigkeiten: Das sogenannte HazMat ID liefert schnell Ergebnisse für unbekannte Flüssigkeiten oder Feststoffe. Dazu ist nur eine sehr geringe Menge des unbekannten Stoffes nötig. Erkennt das Gerät Proteinstrukturen in der Probe so wird eine Warnung für eine mögliche biologische Kontaminierung gegeben.
  • Gefahrstoffdetektorarray (GDA): Das handliche Messgerät kombiniert 4 Messgeräte in einem und ermöglicht so ein äußerst breites Einsatzspektrum. Es erkennt nahezu alle gasförmigen Stoffe und ist in beschränktem Umfang auch zu deren Identifikation fähig.
  • FT-Infrarot-Fernerkundungsgerät (SIGIS 2): Die Kombination einer Videokamera/Nachtsichtkamera mit einem Infrarotspektrometer für gasförmige Stoffe liefert die Möglichkeit zur Überwachung und Identifizierung von Gefahrstoffwolken in bis zu 5 km Entfernung.
  • Zusätzlich verfügt die ATF über ein mobiles Analyselabor zur Probenaufbereitung.

Der Einsatz der ATF kann in 3 Stufen erfolgen:

  • Stufe 1 stellt eine telefonische Beratung der Einsatzleitung durch die speziell ausgebildeten Auswerter dar.
  • Stufe 2 Hier wird eine Auswerter mit Messtechniker und ausgewähltem Equipment an den Einsatzort gebracht um gezielt Messungen vorzunehmen.
  • Stufe 3 bedeutet einen Vollalarm der ATF, bei dem alle verfügbaren Kräfte mobilisiert werden und die gesamte Ausrüstung zum Einsatzort gebracht wird. Zusätzlich wird die Leitstelle der Feuerwehr mit AFT-Kräften besetzt um eine umfangreiche Hintergrundrecherche zu ermöglichen und Kontakt mit einem sogenannten Expertennetzwerk (akademische Fachkräfte aus Industrie und Forschung) herzustellen.

Messgeräte